Ei, Gregor!

September 3rd, 2005 by Jasmin

Ein Freund von mir, Musikproduzent, aber eigentlich Philosophiestudent *zwinker*, sprach schon seit Jahren von Gregor Dietz wie von einem großen Star, einem Mogul, einem Paten, voller Ehrfurcht und Respekt. Er kannte ihn nicht persönlich, aber er wusste sehr viel von ihm.
Als ich im Mai 1996 in Mannheim meinen Freund kennenlernte (mit dem ich heute auch verheiratet bin) und feststellen musste, dass er ein guter Freund von Gregor ist, war ich fasziniert, mit welch wichtigen Menschen mein Liebster sich umgibt. Als ich ihn an einem Abend im Bunker unter der Mannheimer Uni suchte, ein Toddi-Event, da stand Gregor an den Plattenspielern, und ich traute mich zögerlich, diesen Menschen anzusprechen. Er verstand bei der Lautstärke zwar nicht viel von dem, was ich ihn fragte (”War Richard schon hier?”) , aber er war ganz natürlich und sogar nett, was ich bei einem solchen Star gar nicht vorausgesetzt hatte, im Gegenteil.
Wenig später lernte ich ihn dann etwas besser kennen. Wir gingen auch mal thailändisch essen. Es war ein Fest, endlich mal mit jemandem essen zu gehen, der weder aufs Geld noch auf die Kalorien schaute. Außerdem hatten wir ein wunderbares, gemeinsames Hobby: Fernsehen, vorzugsweise Trash-Sendungen. Damals machte es noch Spaß, sowas zu gucken, mittlerweile passiert das ja unweigerlich, sobald man die Glotze anmacht, und es nervt, schon klar. Wir glotzten beide gerne dieselben Sendungen und hatten immer sofort ein Thema, wenn wir uns trafen.
Als wir Ende 1998 nach Köln aufbrachen, zog auch Gregor bald nach Berlin. Ich habe ihn noch einmal in Hamburg auf einem Event im Grünspan getroffen, wo Paula und der eine von Kraftwerk auftraten. Das war sehr schön, als wären keine 3 Wochen seit unserem letzten Treffen vergangen.
Als er mit Surf in Köln auftrat, habe ich ihn das letzte Mal gesehen. Er hat bei uns übernachtet und gefrühstückt. Die CD hörte ich die ganze Zeit während der Schwangerschaft im Auto (die erste mit “Disco under water”), bis sie mir den CD-Player mit der CD aus dem Auto geklaut haben.
Ich habe sie mir an dem Tag wieder gekauft, als wir von Raymund erfahren haben, dass Gregor gestorben ist.

Es hat mich viel mehr umgehauen, als ich gedacht hätte, zumal ich lange keinen Kontakt mehr hatte. Was ja auch nicht schwer war, denn so präsent er war, wenn er vor einem stand, so entfernt und unerreichbar war er auch. Ab jetzt leider für immer.

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